Aktuelles

AG Einwahlen für die Grundstufe und Sek 1

Liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Eltern,

die Einwahlen für die AGs in der Grundstufe sind freigeschaltet. Das AG-Angebot der Grundstufe finden Sie hier: KLICK

Unter folgendem Link können Sie Ihr Kind einwählen: KLICK

Alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 finden hier unser vielfältiges Angebot: KLICK

Unter folgendem Link könnt Ihr euch einwählen: KLICK

Wichtig:

Die regulären AGs in der Grundstufe starten am 11.09.23 (am 07.09.23 findet ein Ersatzprogramm statt).

Die Einwahl für die SEK 1 läuft bis zum 14.09.23 um 20:00 Uhr. Die AGs starten in der dritten Schulwoche.

Sollten Sie/Ihr Rückfragen und/oder Lob haben, so meldet Euch gerne bei unserem Ganztagskoordinator Herrn Schneckenbühl (a.schneckenbuehl@igs-obere-aar.de)

i.A. Christoph Schunck

Korrektur Anzeige zur Einschulung im Wiesbadener Kurier

Liebe Eltern,

im Artikel des Wiesbadener Kurier hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Die Einschulung findet wie geplant statt: 1a und 1b am Montag, den 04.09.23 . Die Vorklasse, 1c und 1d am Dienstag, den 05.09.23

An beiden Tagen startet der Gottesdienst um 9:45Uhr und die offizielle Einschulung beginnt um 11Uhr in der Mensa der IGS. Im Anschluss können die Eltern und Gäste sich an einem Fingerfood-Buffet bedienen, während die Kinder ihre erste Unterrichtsstunde erleben.

Jahrgang 9 auf Exkursion in Verdun

Jahrgang 9 auf Exkursion in Verdun

Am 17. Juli, Montag, machten wir, die Schüler des 9. Jahrgangs, mit unseren Lehrern, eine Exkursion nach Verdun in Frankreich.

Der Grund, warum wir dorthin gegangen sind, liegt darin, dass die Schlacht von Verdun, eines der ersten Dinge ist, die einem in den Sinn kommen, wenn es um den Ersten Weltkrieg geht, der unser letztes GL-Thema in diesem Jahr war.

Wenn man etwas darüber liest oder sieht, wird einem auffallen, dass viele Historiker oder Menschen, die ihre Geschichten erzählen, die Schlacht von Verdun als einen der blutigsten, gewalttätigsten, schrecklichsten und verlustreichsten Kämpfe zwischen zwei Nationen nach der Schlacht an der Somme beschreiben.

Ich persönlich weiß, dass ich glücklicherweise nicht annähernd begreifen kann, was die Soldaten damals durchgemacht haben. Mein Leben war noch nie von einem Krieg betroffen und ich hoffe, dass dies auch für immer so bleiben wird. Aber da ich einige der größten Tragödien der Welt noch nie erlebt habe, kommt es mir ehrlich gesagt oft so vor, als ob sie nie passiert wären, auch wenn ich darüber lese, in der Schule davon erfahre oder in den Nachrichten andere Menschen sehe, die darunter leiden. Es fällt einem einfach schwer, sich etwas vorzustellen, das nie Teil seines Lebens war.

Deshalb denke ich, dass es einen besonders berührt, einen Ort zu besuchen, an dem einst herzzerreißende Dinge passiert sind. Es gibt einem die Gelegenheit, zu versuchen, sich in Menschen hineinzuversetzen, die damals dort großen Schmerz empfanden, große Verluste erlitten und große Opfer gebracht haben-und dies alles wirklich nur weil ein paar Männer, im Namen von Millionen von Menschen, eine Entscheidung getroffen haben.

Für mich und wahrscheinlich auch für viele meiner Freunde war es also ein emotional sehr intensiver Tag und wieder einmal wurde mir klar, dass einige historische Ereignisse, die weit zurückliegen, heute leider gar nicht so irrelevant sind.

Und ich habe mir den ganzen Tag gewünscht, dass die Schüler in den Schulen irgendwann gar nichts mehr über solch deprimierende Fakten erfahren müssen, aber für uns, die Kinder oder Jugendlichen des Jahres 2023, ist es offenbar immer noch wichtig und notwendig, sich über den Krieg und seine Folgen zu informieren, weil wir teilweise noch in einer solchen Welt leben…

Jetzt werde ich aber von unserem Ausflug erzählen, damit dieser Artikel nicht zu traurig wird und natürlich auch, weil meine Aufgabe eigentlich das war, darüber zu schreiben:

Unser Bus fuhr um 7 Uhr morgens ab und wir verbrachten die ersten Stunden des Tages im Bus, bis wir in Verdun ankamen. Einige haben geschlafen, einige haben gefrühstückt und einige haben Musik gehört. Ich glaube also, dass die Busfahrt für die meisten von uns nicht langweilig war.

Bevor wir in Verdun zum Schlachtfeld kamen, holten wir eine deutsche Frau namens Ingrid ab, die an diesem Tag unsere Reiseleiterin war. Sie begleitete uns zu allen Orten, die wir besuchten, und informierte uns im Grunde über alles, was wir wissen mussten.

Zuerst besichtigten wir das Schlachtfeld und natürlich Fort Douaumont, eine Festung, die die deutschen Soldaten damals erobern wollten, da sie für die Franzosen einen symbolischen Wert hatte -und zwar, den Widerstand symbolisierte.

Wir durften hineingehen und deshalb auch uns bisschen vorstellen, unter welchen Umständen die Menschen ihre Tage verbracht hatten. Allein unter der Erde zu sein war eine unangenehme Erfahrung, obwohl wir wussten, dass wir bald wieder an die frische Luft rauskommen würden.

Draußen war die Aussicht noch beunruhigender, denn nach all den Jahren ist das Schlachtfeld immer noch eine große Erinnerung an das, was dort getan wurde. Der massive Artilleriebeschuss auf das Gebiet, der in den ersten fünf Tagen der Schlacht ununterbrochen andauerte, hat irreversible Schäden verursacht: Pflanzen konnten in der Gegend wieder wachsen, die Dellen im Boden verheilten jedoch nicht.

Es war so traurig zu sehen, dass auch die Natur unter dem Krieg leiden musste, als ob die emotionalen und psychischen Wunden, die er bei den Menschen hinterlassen hat, nicht genug wären.

Dies war sicherlich eine der Taten der Menschlichkeit, an die wir uns nicht gerne erinnern. Für diejenigen, die ihre Lieben durch den Krieg verloren haben, bedeutet es andererseits sehr viel, etwas zu haben, das uns daran hindert, diese verlorenen Leben zu vergessen, und einen Ort, an den sie gehen und einfach an ihre Erinnerung oder all die Dinge denken können, die ihre Helden für andere getan haben. Deshalb gab es auch mehrere Denkmäler zu sehen. Wir gingen zu dem Beinhaus, fuhren aber auch an den separaten Friedhöfen für Juden, Christen und Muslime vorbei, die ihren Dienst ehren sollten.

An den Wänden dieses Beinhauses stehen die Namen aller identifizierten Soldaten. Hier sind alle Nationalitäten und alle Divisionen ohne Unterschiede vertreten. Es sollte also ein Symbol für Frieden und Versöhnung sein. Im Keller des Gebäudes liegen die Gebeine von ca. 130.000 Soldaten, die nicht identifiziert werden konnten.

Das Beinhaus hat einen Turm, den man besteigen kann. Der Blick von oben ist aber ein weiterer, riesiger Friedhof…Für Menschen, die einen persönlichen Bezug zur Schlacht von Verdun haben, ist es wahrscheinlich noch bedeutungsvoller.

Für uns war es eher eine weitere visuelle Erinnerung daran, wie viele Menschen dort gestorben sind, und bei solchen Gedanken bekommt man meistens Gänsehaut und denkt darüber nach, wie schlimm Krieg eigentlich ist… Das könnte sogar die Zusammenfassung des Tages sein.

Nach dem Beinhaus gingen wir schließlich in ein Museum: Mémorial de Verdun.

Bei dem Rundgang in diesem Museum geht es um fünf Punkte: Der erste Tag der Schlacht; die Rückkehr an die Front; Kämpfen; die Briefe, die sich Soldaten und ihre Familien gegenseitig schickten; und der Luftkrieg in Verdun. Es war eine künstlerisch ausgestellte Version aller Informationen, die Ingrid uns im Laufe der Stunden gegeben hatte.

Für mich war es gut, den Tag an einem modernen Ort ausklingen zu lassen, weil es mir half, zur Normalität zurückzukehren und mich wieder etwas besser zu fühlen.

Nach unserem Besuch fuhren wir zurück nach Deutschland.

Vor unserem Ausflug war ich der Meinung, dass es keinen Sinn ergibt, die Weltkriege als Thema in der Schule zu haben. Ich dachte einfach nicht, dass es etwas Gutes bringt…

Aber dann wurde mir klar, dass mir vorher nie wirklich bewusst geworden ist, wie real und wie schrecklich und gefährlich Krieg tatsächlich ist oder was für Auswirkungen er über Jahre hinweg auf Generationen und sogar die Welt selbst haben kann. Natürlich „wusste“ ich es, das wurde mir schon mehrmals gesagt, aber ich habe nie in meinem Leben an die Möglichkeit eines Krieges gedacht, obwohl es heute noch Länder gibt, in denen Menschen bis zum Tod kämpfen… Einen echten „Tatort“ zu sehen, gab mir die Erkenntnis, die ich brauchte.

Und vielleicht ging es anderen ähnlich, ich weiß es nicht…

Auf jeden Fall möchte ich mich im Namen aller meiner Freunde bei unseren Lehrern bedanken: Vielen Dank, Frau Steiner, Herr Sattler, Herr Bruischütz und Herr Schunck, dass Sie diesen Tag organisiert und uns begleitet haben.

Eine sehr emotionale Abschlussfeier der PUSCH-Klasse am 10.07.2023

Eine sehr emotionale Abschlussfeier der PUSCH-Klasse am 10.07.2023

Am 10.07.23 fand die Abschlussfeier der neunten Schulklassen der IGS Obere Aar in der schön dekorierten Taunushalle statt. Die Schulleitung: Herr Käding, Frau Heinz, Frau Hakimi, Frau Mavituna, zusammen mit allen Lehrer*innen, die in diesen Klassen unterrichten, und die Eltern begleiteten die Klassen bei diesem besonderen Ereignis. Auch die Elternbeiratsvertreterin, Frau Fagenzer, und der der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Herr Herzog, waren selbstverständlich anwesend und hielten ihre Reden. Die musikalische Begleitung der Lehrerband war eine willkommene Ergänzung beim Wechsel der nacheinander folgenden Reden, Schülerdarbietungen und Zeugnisvergaben.

Abschiednehmen fiel den Schülerinnen und Schülern der PUSCH-Klasse besonders schwer, da diese kleine Gruppe im Lauf des Schuljahres zu einer echten Gemeinschaft geworden ist.

Die Krönung der Veranstaltung in der Taunushalle war natürlich die Zeugnisausgabe.

Auf der Bühne flossen die Tränen, es gab zahlreiche Umarmungen und wunderschöne Dankesreden von Ayten und Roxana (Klassensprecherinnen) und Batoul und natürlich (sehr gute bzw. gute) Zeugnisse. Allen PUSCH-Schüler*innen an dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch! Zwei von ihnen haben sich für die Ausbildung entschieden und alle anderen für den weiteren Schulbesuch, um u.a. Mittlere Reife zu erlangen.

Die in der Klasse tätigen Lehrer*innen: Frau Hakimi, Frau Leka, Herr Böhm, Herr Schneckenbühl als Klassenlehrer und Frau Hartmann, die Sozialpädagogin der PUSCH-Klasse, wurden buchstäblich von einem Blumenmeer überschüttet.

Zum Ausklang des Abschieds gab es im Nebenraum eine Diashow, in der alle tollen Ereignisse des Schuljahres noch einmal zu sehen waren. Die Freude über das gelungene Abschlussjahr konnte hier nochmal zusammen mit den Eltern und Lehrern bei Getränken und Kuchen geteilt werden.

Unsere PUSCH-Klasse hat sich etwas Besonderes für diesen Abend ausgedacht. Wir sind nach Mainz zum „Mainz-Strand“ gefahren und haben dort weiter zusammen gefeiert! Vielen Dank an dieser Stelle für die Reservierung der Strandlounge und die Verköstigung an die Eltern von Batoul, die der PUSCH-Klasse das ermöglicht haben.

Herr Schneckenbühl, der Klassenlehrer, und Frau Hartmann, Sozialpädagogin, freuen sich auf ein Wiedersehen mit einzelnen Schülern der Klasse und sind sich sicher, dass sie sich weiter toll entwickeln werden.

Ewa Hartmann, Sozialpädagogin

Elternanschreiben zum Schulstart 23-24 der Grundstufe

Liebe Eltern,

bitte nehmen Sie folgendes Elteranschreiben zum Schulstart im kommenden Schuljahr 2023/2024 zur Kenntnis. Sie finden dort vorab viele relevante Termine und Informationen.

Das Anschreiben können Sie sich HIER herunterladen.

Beste Grüße und erholsame Ferien wünscht

i.A. Christoph Schunck

Klassenfahrt nach Berlin-Ein unvergessliches Erlebnis mit hohem Spaßfaktor für die PUSCH-Klasse!

Klassenfahrt nach Berlin-Ein unvergessliches Erlebnis mit hohem Spaßfaktor für die PUSCH-Klasse!

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ … war oft schon einige Tage vor der Klassenfahrt in der Schule zu hören. Die PUSCH-Schüler*innen haben sich tierisch darauf gefreut und sind guter Laune am Wiesbadener Hauptbahnhof am 30.05.23 um 7:15 Uhr erschienen. Die Last der vergangenen Woche, in der die Hauptschulabschlussprüfungen geschrieben wurden, war nicht mehr zu spüren. Stattdessen herrschte in der Gruppe ein Zusammenhalt und Lust auf ein Abenteuer in einer Großstadt. Einige Schüler*innen fuhren zum ersten Mal in die Hauptstadt und alle waren sehr gespannt auf das umfangreiche Programm.

Das Hotel, in dem die Gruppe untergebracht wurde, war sehr schön und lag in der Nähe vom Alexanderplatz. Es gab sehr schöne Zimmer mit Bad und ein sehr leckeres Frühstück.

Die Stadtführung am ersten Spätnachmittag fanden alle nicht so spannend. Die letzten Stationen: Brandenburger Tor, Denkmal der im 2. Weltkrieg ermordeten Sinti und Roma und Reichstag stießen aber auf ein großes Interesse der Gruppe. Das gemeinsame Abendessen in einer Pizzeria war super und wurde von allen sehr genossen.

Am zweiten Tag hatte die Gruppe eine Führung zum Thema Berliner Mauer. Die PUSCH-Schüler*innen haben daran mit großem Interesse teilgenommen und gerne Fragen dazu gestellt. Auch später in der Schule wurde dieser Teil des Ausflugs als sehr interessant und lehrreich bewertet.

Nach der Mittagspause ging es in das Madam Tussauds Berlin, wo die Schüler viele Fotos mit Wachsfiguren von bekannten Stars aus der Musik-und Filmszene machen konnten. Auch die Figuren von bekannten Sportlern und Politikern bildeten eine spannende Fotokulisse für alle. Die Begeisterung war enorm und es wurde dabei viel gelacht.

Da der berühmte Kebab in Berlin erfunden wurde, war es selbstverständlich, dass diese Speise den ersten Platz als Abendessen an diesem Tag eingenommen hatte. Ein gemeinsamer Spieleabend im Hotel beendete den tollen Tag.

Der dritte Tag bestand aus folgenden Highlights: Führung im Deutschen Spionage Museum, Escape Room und Disco im Matrixclub. Auch wenn die Nacht (für Manche) sehr kurz war, sind alle pünktlich zum Frühstück erschienen und begannen die Reise in die Spionagewelt von der Antike bis in die Gegenwart incl. digitaler Welt. Der Escape Room war natürlich das Beste von Allem und wurde auf Platz 1 bei der Klassenfahrtreflexion katapultiert. Der Besuch der bekannten Disco, in der man auch zahlreiche Klassen aus der ganzen Bundesrepublik getroffen hat, war ebenso ein besonderes Erlebnis.

Es war eine fantastische Klassenfahrt, berichteten die PUSCH-Schüler*innen ihren Eltern bei der Ankunft in Wiesbaden. Zum Schluss gab es ein „Bonbon“ von der Deutschen Bahn. Wir mussten auf der Rückfahrt in einen Ersatzzug in Erfurt einsteigen. Dafür gab es für uns Sitzplätze in der Ersten Klasse!

In der darauffolgenden Woche wurde noch oft und lebhaft über die Klassenfahrt in der Schule berichtet, es wurden Fotos angeschaut und die Freude über das gemeinsam Erlebte begleitet die Klasse immer noch.

Die Klasse wurde von Herrn Schneckenbühl, dem Klassenlehrer, und Frau Hartmann, Sozialpädagogin, begleitet. Beide bestätigen, dass die PUSCH-Klasse auch während der Klassenfahrt einfach Klasse war!

P.S. Die Schüler*innen, die SGB II beziehen, wurden mit Taschengeld vom Förderverein der Schule beglückt. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Herzog.

Ewa Hartmann, Sozialpädagogin in PUSCH

Raubkunst in Deutschland?-Gymnasialklasse auf Exkursion in Freiburg

Raubkunst in Deutschland?-Gymnasialklasse auf Exkursion in Freiburg

Am Mittwoch, den 7. Juni, hatten wir mit unserem GL-Lehrer Herrn Schunck eine eintägige Exkursion nach Freiburg im Breisgau. Unser Hauptziel war es, das Augustinermuseum in dieser Stadt zu besuchen. Nach unserem Museumsbesuch hatten wir aber auch die Gelegenheit, etwas Zeit dort zu verbringen und uns die Stadt anzusehen.

Wir haben uns entschieden, diese Exkursion zu machen, da unser aktuelles Thema in GL die Kolonialzeit Deutschlands ist, mit welcher wir uns kritisch auseinandersetzen.

Was dieses Thema auch heute noch relevant macht, ist die Tatsache, dass sich einige Stücke (etwa 1,5 Millionen) der Raubkunst noch immer in verschiedenen (ethnologischen) Museen in Deutschland befinden. Raubkunst, wie der Name offenbart, besteht aus Kunstwerken, die während der Kolonialzeit den afrikanischen Herstellern oder Familien gestohlen wurden. Leider spricht man erst seit ein paar Jahren ernsthaft über die Option einer Rückgabe. Deshalb werden wir auch von dem Wort “Provenienzforschung” öfter hören, weil die Provenienzforscher diejenigen sind, die die Herkunft von Objekten erforschen und somit herausfinden, woher die Kunstwerke gekommen sind und wohin sie zurückgeschickt werden sollen.

Das Augustinermuseum ist eines der Museen, in denen Raubkunst ausgestellt wird. Die Stadt Freiburg setzt sich aktuell mit der besuchten Ausstellung kritisch mit ihrer eigenen Geschichte ( Kolonialismus) auseinander.

Frau Dietrich, die unseren Workshop im Museum durchgeführt hat, hat uns zuerst in einen Sitzkreis eingeladen und uns zufällige Waren aus einer Einkaufstüte ziehen lassen, die sie in der Hand hielt. Es waren alles normale Dinge, die Menschen in ihrem Alltag kaufen und benutzen: Kakao, Kaffee, Radiergummi, Tabak, getrocknete Bananenchips usw. All dies waren Dinge, die man normalerweise in Europa nicht finden kann -es sind also alles Produkte aus ehemaligen Kolonien. Frau Dietrich wollte uns damit daran erinnern, dass der Kolonialismus, auch wenn er nun vorbei ist, heute immer noch Auswirkungen auf unser Leben und auf das Leben der Menschen vor Ort hat. Auswirkungen, die uns zum Teil gar nicht bewusst sind. Sie hat uns zum Beispiel etwas Interessantes über den Namen des Supermarkts EDEKA verraten, was möglicherweise die Einkaufsgewohnheiten einiger von uns verändern kann…

Als Nächstes haben wir uns ein paar alte Weltkarten angeschaut, über die Frau Dietrich froh war, dass sie heute nicht mehr in Schulen aufgehängt werden. Auf einer dieser Karten verwendete man beispielsweise das Verb “entdecken” im Kontext auf Amerika. Auf einer anderen Weltkarte hat man gesehen, wie die afrikanischen Länder damals mit den Namen der Produkte und Waren, die in diesen Ländern zu finden waren, beschriftet wurden, von denen die Kolonialisten profitierten. Als wäre Europa “das Haus” und Afrika “der Garten”. So haben wir über die drei Phasen der Kolonialzeit gesprochen.

Nach diesem Workshop (“Kolonialismus/Was hat das mit mir zu tun?”) begannen wir damit, die Ausstellung im Museum anzusehen. Wir haben uns Masken und einige andere Gegenstände angeschaut, die der Raubkunst angehören. Frau Dietrich erzählte uns, dass es fast keine Informationen darüber gibt, woher diese stammen, von wem sie hergestellt wurden und wie sie ins Museum gelangten usw., und dass nun in Freiburg deshalb Provenienzforschung betrieben wird.

Anschließend zeigte sie uns einige alte Bücher, die rassistische Theorien/Ideologien enthalten und unterstützen, und einige Teile der Rassenforschung, die einfach falsch und diskriminierend sind -wie zum Beispiel die Kategorisierung von Menschen nach Haar-, Haut- oder Augenfarbe.

Am Ende der Ausstellung nahmen wir vor einem Gemälde Platz, das durch eine Wand vom Rest des Museums getrennt war. Der Grund, warum dieses Gemälde einen eigenen, versteckten Raum hatte, liegt darin, dass es eine der hässlichen Wahrheiten hinter den schönen Kunstwerken darstellt, die den Besuchern in den meisten Museen niemals gezeigt werden: Es zeigte im Großformat die Omaheke-Wüste samt Wartberg und somit den Ort des ersten Genozides des 20. Jahrhunderts, den der deutschen Kolonialherren an den Herero und Nama. Ca. 80% der Bevölkerungsgruppen wurden im oder in der Folge dieser Schlacht getötet. Offiziell anerkannt wurde der Völkermord im heutigen Namibia seitens der deutschen Bundesregierung erst im Jahre 2021. Leider gibt es zudem bis dato noch keine offizielle Gedenkstätte in Deutschland.

Damit endete unser kleiner Rundgang durch das Museum und wir hatten noch etwas Zeit, uns die Kunstwerke nochmal anzusehen, bevor wir gingen.

Wir fanden es wertvoll, dass es überhaupt ein Museum gibt, in dem einige Leute über so ernste und wichtige Themen wie Raubkunst, Provenienzforschung und Restitution sprechen.

Außerhalb des Museums war die Stimmung und die Atmosphäre natürlich völlig anders. Als wir nach draußen traten, hörten wir zuerst einige Geräusche von Blasinstrumenten. Ich denke, dieser unerwartete Straßenauftritt hat uns allen besonders gut getan, nachdem wir über so schwere Themen gesprochen haben.

Wir haben gewartet, bis die Musiker mit ihrem Stück fertig waren und dann hat Herr Schunck uns erlaubt, in kleinen Gruppen die Stadt zu ‘entdecken’.

Einige aßen Eis, einige tranken Kaffee, einige aßen Döner und einige gingen durch die Straßen und unterhielten sich mit den Freiburgern.

Freiburg gefiel uns allen (“Freiburg ist jetzt meine Lieblingsstadt in Deutschland, die Menschen sind so nett und freundlich. Ich glaube, ich werde in der Zukunft dorthin ziehen”, “Ist auf jeden Fall besser als Wiesbaden”).

Es war also ein lehrreichender, aber auch ziemlich lustiger Tag und ich denke, wir haben alle einige Erinnerungen gesammelt. Deshalb vielen Dank an unsere Lehrer, die diesen Ausflug organisiert und unterstützt haben. Ich hoffe wirklich, dass solche Teile der Geschichte, in naher Zukunft, auch in anderen Schulen, häufiger thematisiert werden. Denn dies war eines der wenigen Geschichtsthemen, die unglaublich viel, nicht nur mit der Vergangenheit, sondern auch mit der Gegenwart zu tun haben. (Handan Yavuz, Klasse 09aG)

Projektwoche zu Diskriminierung und Rassismus Jahrgangsstufe 7

Projektwoche zu Diskriminierung und Rassismus Jahrgangsstufe 7

„Danke, dass Sie es uns ermöglicht haben, dass wir uns mit diesen Themen in der Projektwoche beschäftigen!“ Mit diesen Worten wandte sich eine Schülerin bei der Abschlusspräsentation am Freitag, den 2. Juni, bei ihren Lehrerinnen. Vor der selbstgestalteten Graffitiwand mit Schlagwörter wie „kein Platz für Rassismus“, „Freiheit“ oder „Liebe“ erzählten und zeigten die Jugendlichen, was sie in den letzten Tagen erlebt und erarbeitet hatten. Vier Tage hatten sich die Schülerinnen der 7. Jahrgangsstufe der IGS Obere Aar in Taunus-stein mit den Themen Diskriminierung und Rassismus auf unterschiedliche Weise beschäftigt. Organisiert wurde die Projektwoche von UN/GLEICH – politische Bildung im Rheingau-Taunus-Kreis der Arbeiterwohlfahrt, beteiligt waren mehrere Akteure aus dem Landkreis. Das Projekt wurde gefördert von der Partnerschaft für Demokratie im Rheingau-Taunus-Kreis im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und des Landesprogramms „Hessen für Demokratie und gegen Extremismus“. Innerhalb der durch den Rheingau-Taunus-Kreis als federführendem Amt und der Koordinierungs- und Fachstelle der AWO Rheingau-Taunus Soziale Arbeit gGmbH organisierten Partnerschaft für Demokratie engagieren sich zahlreiche Akteurinnen, Initiativen und Vereine aus unterschiedlichsten Bereichen im gesamten Kreisgebiet. Die IGS Obere Aar hat seit jeher ein großes Interesse an einem guten Miteinander unter der Schülerschaft.

Sie arbeitet kontinuierlich daran, dass an der Schule früh Themen wie Demokratieverständnis, Gewalt- und/oder Diskriminierungserfahrung thematisiert werden. Davon zeugt auch die Anerkennung als Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage. Allen am Schulleben Beteiligten ist es wichtig, den Schülerinnen aufzuzeigen, dass jegliche Form von Diskriminierung, Rassismus und Gewalt inakzeptabel ist. Um diesen Prozess weiter voranzubringen und vor allem lebendig zu halten, ist es immer wieder wichtig, mit Kindern und Jugendlichen die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu thematisieren. Die Schule hat die Projektwoche zum Anlass genommen, um mit den Schülerinnen der 7. Jahrgangsstufe (3 Klassen) die Themen Diskriminierung und Rassismus auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Methoden zu bearbeiten. Die Projektwoche startete am 30.5.2023 um 10 Uhr mit einer Kinovorführung von „Simpel“ durch democra-see! – das monatliche Demokratiekino im Rheingau-Taunus-Kreis in Bad Schwalbach. Am zweiten Tag war jeweils eine Klasse für je 2 Schulstunden im Jugendzent-rum Koop, das dem Schulgebäude gegenüberliegt. Vier Mitarbeiterinnen hatten dort ko-operative Abenteuerspiele mit den Schülerinnen durchgeführt, um das Gruppengefühl zu stärken und das Angebot des Jugendzentrums kennenzulernen. Am dritten und vierten Tag konnten die Schülerinnen klassenweise für je zwei Schulstunden einen Workshop von UN/GLEICH – Politische Bildung im Rheingau-Taunus-Kreis der AWO RTK zum Thema Diskriminierung und Rassismus besuchen. Als weiteres Angebot konnten interessierte Jugendliche mit dem Künstler Arkadiusz Grajek Graffiti-Kunst zu diesen Themen gestalten.